Warmwasserbereitung mit Solarstrom

Die Nachfrage nach sauberem und günstigem Strom ist so hoch wie nie zuvor. Auch bei der Warmwasserversorgung werden sich nachhaltige, elektrische Systeme durchsetzen. Neben der Wassererhitzung durch Solarthermie gibt es die Möglichkeit, Boiler und Durchlauferhitzer mit der eigenen Photovoltaikanlage direkt zu speisen. Das Ende für die Solarthermieanlagen?Warmwasserboiler

Lange Rohrleitungen, hoher Energieverbrauch, Dauerbetrieb und geringe Effizienz – all diese Faktoren sprechen gegen eine längst überholte, in Deutschland jedoch immer noch gängige Art der Warmwasserbereitung. Viele alte Anlagen müssen dauerhaft zirkulieren und erhitzen, da die langen Rohrleitungen andernfalls zu idealen Brutstätten für Keime und Bakterien (wie den gefürchteten Legionellen) werden. Das fordert einen hohen Verbrauch an Energie und ist weder preiswert, noch umweltfreundlich. Die Zeiten der alten Systeme sind gezählt, denn die Zukunft der Bereitung von Trink- und Nutzwasser liegt in elektrischen Boilern und Kochern, die nur bei Bedarf Warmwasser erzeugen.

Effizient und umweltfreundlich

Die Vorteile von elektrischen Warmwassergeräten liegen auf der Hand: eine bedarfsorientierte und effizientere Versorgung, eine durch Direkterwärmung und kurze Leitungen garantierte Hygiene (kein stehendes Wasser), sowie die Möglichkeit die Geräte mit sauberer und nachhaltiger Energie zu nutzen. Der Schlüssel hierzu liegt in wohnungszentralen Systemen, welche aus einem einzigen Durchlauferhitzer oder Boiler bestehen. Die Speicher fassen ca. 100 Liter und können flexibel in Flur, Küche oder Bad angebracht werden, um lange Rohrleitungen zu vermeiden. Der Strom kommt aus einer beliebigen 230V Steckdose. Das Problem des Wärmeverlustes oder der Verkalkung fallen bei Durchlauferhitzern und Boilern nur gering ins Gewicht.

Solarthermie als Wärmequelle

Da der private Wasserverbrauch aufs Jahr verteilt überwiegend gleich ist, wirken solarthermische Anlagen als Quelle zur Wassererhitzung attraktiv. Hierbei wird das Wasser durch direkte Sonneneinstrahlung erhitzt. Leider ist diese Art der Warmwasserbereitung nicht immer lohnenswert. Um effizient zu sein wird eine solare Deckungsrate von wenigstens 60 Prozent benötigt, damit unterstützende Geräte wie Wärmepumpen oder Notbrenner entfallen. Zudem werden Pufferspeicher benötigt, um im Sommer die Hitze gut abführen zu können. Eine effiziente Alternative zur Solarthermie ist die direkte Verbindung einer Photovoltaikanlage mit den hauseigenen Boilern und Erhitzern.

Direktversorgung durch Photovoltaik

Bei einer direkten Nutzung wird gänzlich auf eine Einspeisung ins Stromnetz verzichtet und die selbst produzierte Solarenergie direkt mit den Warmwassergeräten und den elektrischen Verbrauchern im Haus zu verbunden. So könnte etwa jeden Mittag zur heißesten Zeit des Tages eine Legionellenschaltung durchgeführt werden, wobei die restliche Energie die elektrischen Verbraucher im Haus versorgt, oder das Elektroauto aufläd. Wird auf eine Einspeisung ins Stromnetz verzichtet, ist weder ein Gewerbeschein nötigt – noch muss die als Händler fällige Mehrwertsteuer gezahlt werden. Eine solche Anlage kann meist preiswert und ohne größeren technischen Aufwand installiert werden.

Die klassische Trennung aufheben

Die klassische Trennung zwischen Wasser- und Stromversorgung kann so aufgehoben werden. Solarthermische Anlagen können je nach geografischer Lage effizient sein, wird die nötige Deckungsrate erreicht. Die Vorteile von elektrischen Systemen hingegen sind offensichtlich. Werden Boiler und Erhitzer mit (selbst produzierter) sauberer und nachhaltiger Energie betrieben, steht einer umweltfreundlichen, modernen und zukunftsweisenden Bereitung von Warmwasser nichts mehr im Weg.

Quelle: photovoltaik

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