Agrophotovoltaik als zusätzliche Einnahmequelle

Bisher mussten sich Kleinbauern und Großgrundbesitzer entscheiden, ob sie ihre Ackerflächen für die Landwirtschaft oder für die Stromerzeugung durch Photovoltaikanlagen nutzen wollen. Durch ein Pilotprojekt des Frauenhofer-Institut für Solare Energiesysteme sollen jedoch bald beide Nutzungsmöglichkeiten kombinierbar werden – das Konzept heißt: Agrophotovoltaik.
Agrophotovoltaik

Effizienzsteigerung durch Agrophotovoltaik

Nehmen wir an, ein Landbesitzer verfügt über Ackerfläche von zwei Hektar. Den einen Hektar nutzt er um Getreide anzubauen, auf dem anderen Hektar Land installiert er Photovoltaikanlagen. Somit kommt der Landbesitzer auf 100% Weizen + 100% Solarstrom. Entscheidet sich der Besitzer jedoch für eine gemischte Flächennutzung der beiden Hektar Land, kann er laut des Frauenhofer-Institut für Solare Energiesysteme auf jedem Hektar mit 80% Weizen und 80% Solarstrom rechnen. Zusammen also 160% Weizen und 160% Solarstrom. Durch die Nutzung der Agrophotovoltaik ist somit die Landnutzungseffizienz um 60% gestiegen. Hierdurch entstehen nicht nur neue Einnahmequellen für Landbesitzer, auch die Flächenkonkurrenz verringert sich. Seit einem Jahr wird das Konzept Agrophotovoltaik auf einem Demeterhof am Bodensee getestet. Die Ergebnisse sprechen für sich, auch wenn bis zur Marktreife noch weitere Tests (besonders bei der Speicherung des produzierten Stroms) benötigt werden.

Agrophotovoltaik-Pilotprojekt am Bodensee

Andreas Bett, Institutsleiter des Frauenhofer-Instituts für Solare Energiesysteme nennt das einjährige Pilotprojekt, das am Bodensee auf der Demeter-Hofgemeinschaft Heggelbach durchgeführt wurde, einen „vollen Erfolg“. Dieser Erfolg begründe sich besonders darin, dass „sich die Agrophotovoltaik-Anlagen als praxistauglich erwiesen haben, die Kosten mit kleinen Solardachanlagen wettbewerbsfähig sind und die Ernteprodukte ausreichend hoch und wirtschaftlich rentabel vermarktet werden können.“ Die Solaranlagen werden bei der Agrophotovoltaik in einem größeren Reihenabstand und auf fünf Meter Höhe installiert, wodurch das Agrarprodukt am Boden nach wie vor genügend Sonneneinstrahlung erhält. Für die Stromerzeugung werden hierbei bifaziale Photovoltaikmodule genutzt, die beidseitig Strom erzeugen. Die ersten Ergebnisse können sich sehen lassen, so wurden in den ersten zwölf Monaten über 1.200 Kilowattstunden Strom pro installiertes Kilowatt geerntet – fast ein Drittel mehr als der bundesweite Durchschnittswert von 950 Kilowattstunden. Ein großer Erfolg – nicht nur für Entwickler, Landbesitzer und Stromverbraucher, sondern auch besonders für unsere Gesundheit und Umwelt.

Quelle: photovoltaik

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