Photovoltaik Einspeisevergütung – Wie rentabel sind Photovoltaikanlagen?

Immobilienbesitzer, die mit einer Photovoltaikanlage nicht nur ihren Eigenbedarf an Strom decken, sondern überschüssige Energie in das öffentliche Netz einspeisen, bekommen vom Staat eine Vergütung.

Die Photovoltaik Einspeisevergütung wird über das EEG (Erneuerbare Energien Gesetz) der Bundesnetzagentur geregelt. Die Höhe der Photovoltaik-Vergütung variiert monatlich und ist von der Größe sowie von der Art der Photovoltaikanlage abhängig.

Die Themen auf dieser Seite:

2014 fanden einige Änderungen bezüglich der gewährten Einspeisevergütung statt; diese wurden seit August 2014 auf neue Grundlagen gestellt:

  • Seit 01.08.2014 können statt der vorherigen 90% wieder volle 100% des eingespeisten Stroms in Geld umgewandelt werden. Eine Ausnahme bilden alle Dachanlagen (zwischen 10 und 1.000 kWp), die zwischen dem 01.04.2012 und dem 31.07.2014 in Betrieb genommen wurden. Für sie bleibt die 90%-Regelung weiter bestehen. Die restlichen 10% können zum Eigenbedarf oder zur Veräußerung an den Netzbetreiber verwendet werden.
  • Neuanlagen über 100 kWp Nennleistung erhalten seit dem 01.01.2016 keine Einspeisevergütung mehr.
  • Betreiber von Photovoltaik-Anlagen über 100 kWp können mittels einer Marktprämie den eigenen Strom gewinnbringend verkaufen.

Einspeisevergütung für Photovoltaikanlagen

In der folgenden Grafik finden Sie die aktuelle und zukünftige Einspeisevergütung für Photovoltaikanlagen nach § 51 Abs. 2 EEG 2014 in Cent/kWh (gerundet).
Die monatliche Absenkung (Degression) beträgt aktuell 0,0%. Zurzeit wird die Absenkung der Vergütungssätze ausgesetzt, da der Ausbau der Photovoltaik den gesetzlich vorgeschriebenen Zielwert unterschritt.

* Dachanlagen auf Wohngebäuden
** Dachanlagen auf Wohngebäuden (bis zum 31.12.2015 für Anlagen bis 500 kWp)
*** Anlagen auf Nichtwohngebäuden im Außenbereich und Anlagen auf Freiflächen (bis zum 31.12.2015 für Anlagen bis 500 kWp)

Entwicklung der Einspeisevergütung vor dem 01.08.2014

In der folgenden Grafik finden Sie die Einspeisevergütung für Dachanlagen und Freiflächenanlagen in Cent/kWh (gerundet).

Für Freiflächenanlagen gab es die Einspeisevergütung bis 10.000 kWp.

Marktprämie – eine Erklärung

Betreiber von Photovoltaik-Anlagen über 100 kWp, die ihren Strom direkt vermarkten, müssen sich genau wie ein Aktionär an den aktuellen Strompreisen an der Strombörse orientieren. Diese steigen oder fallen mit der Nachfrage. Die Vermarktung des eingespeisten Stroms findet über eine Direktvermarktung (via Strombörse) statt. Wird der eigene Solarstrom unter dem jeweiligen Monatspreis verkauft, wird weniger als die Einspeisevergütung erwirtschaftet. Die gegebene Marktprämie gleicht diese Differenz aus. Im Umkehrschluss kann mehr Geld erwirtschaftet werden, wenn bei hoher Nachfrage der Strompreis steigt. Ergo können PV-Anlagen mit der Marktprämie deutlich wirtschaftlicher betrieben werden. Voraussetzung ist, dass der Anlagebetreiber sich kontinuierlich mit den entsprechenden Marktmechanismen auseinandersetzt.

Was wird mit der Marktprämie erreicht?

Betrachtet man die durchschnittlichen Strompreise über das Jahr, so fallen diese meist niedriger aus, als die gewährte Einspeisevergütung. Die Motivation für PV-Anlagebetreiber, den eigenen Solarstrom am Markt zu verkaufen, ist dementsprechend gering.

Die Marktprämie gewährleistet die Wirtschaftlichkeit für Photovoltaikanlagen über 100 kWp, da diese von der Einspeisevergütung ausgeschlossen sind. Der mittels Direktvermarktung veräußerte Strom bringt mit der Marktprämie somit mindestens die Stromerzeugungs- und Vermarktungskosten wieder ein. Das Marktprämienmodell gewährleistet also, dass der Anlagenbetreiber einen Erlös vom Käufer seines veräußerten Stroms sowie die Differenz zur sonst erhaltenen Einspeisevergütung vom Netzbetreiber bekommt. So behält der Betreiber die Investitionssicherheit seiner PV-Anlage bei – das Vermarktungsrisiko wird durch die Marktprämie ausgeglichen.

Der Vorteil aus Sicht der Bundesregierung liegt darin, für PV-Anlagebetreiber einen Anreiz zu erschaffen, den produzierten Strom direkt zu vermarkten. Dies fördert Schritt für Schritt die netz- und vermarktungsorientierte Steuerbarkeit von Solarstrom.

Wie wird die Marktprämie ermittelt?

Die Höhe der Marktprämie errechnet sich aus der Differenz zwischen der EEG-Einspeisevergütung für den Solarstrom der PV-Anlage und dem spezifischen Referenzmarktpreis für Solarstrom. Die Marktprämie wird immer rückwirkend monatlich berechnet.

Die Formel für die Berechnung der Marktprämie lautet:

Fixe Einspeisevergütung – Monatsmittelwert des energieträgerspezifischen Referenzmarktpreises = Marktprämie

Um den energieträgerspezifischen Referenzmarktwert in Erfahrung zu bringen, sollte die Informationsplattform der deutschen Übertragungsnetzbetreiber zurate gezogen werden. Hier wird der genaue Referenzwert zur Berechnung der Marktprämie nach § 33g in Verbindung mit Anlage 4 EEG monatlich zentral bekannt gegeben.

Der energieträgerspezifische Referenzmarktpreis, der zur Berechnung der Marktprämie notwendig ist, entspricht dem erzielten Mindesterlös für vermarkteten Strom, der monatlich an der Energiebörse erzielt wird.

Welche Erlöspotenziale können mit der Marktprämie erreicht werden?

  • Aufgrund der Tatsache, dass sich die Marktprämie nicht anteilig verringert, selbst wenn Erlöse oberhalb des Monatsmittelwerts erzielt werden, können Einnahmen weit über der Einspeisevergütung erwirtschaftet werden!
  • Der produzierte Solarstrom kann mittels des Marktprämienmodells selbst am Regelenergiemarkt verkauft werden. (Übertragungsnetzbetreiber sind in Deutschland verpflichtet, einen ständigen Ausgleich der Leistungsbilanz über eine gemeinsame Ausschreibung am Regelenergiemarkt zu beschaffen.)
  • Durch einen Zusammenschluss von PV-Anlagebetreibern können weiterhin höhere Gewinne selbst in hochpreisigen Marktperioden erzielt werden.
  • Bei anhaltenden hohen Strompreisen können PV-Anlagen gewinnbringend verpachtet oder gar verkauft werden.

Marktprämienmodell für Photovoltaikanlagen

Die folgende Grafik zeigt die aktuelle und zukünftige Erlösobergrenze (Fixe Einspeisevergütung) für Photovoltaikanlagen nach § 51 Abs. 2 EEG 2014 in Cent/kWh (gerundet).
Mit inbegriffen ist ein Managementaufwand von 0,4 Cent/kWh.
Die monatliche Absenkung (Degression) beträgt aktuell 0,0%. Zurzeit wird die Absenkung der Vergütungssätze ausgesetzt, da der Ausbau der Photovoltaik den gesetzlich vorgeschriebenen Zielwert unterschritt.

* Dachanlagen auf Wohngebäuden
** Dachanlagen auf Wohngebäuden (bis zum 31.12.2016 für Anlagen bis 1.000 kWp)
*** Anlagen auf Nichtwohngebäuden im Außenbereich und Anlagen auf Freiflächen (bis zum 31.12.2016 für Anlagen bis 1.000 kWp)

Zur monatlichen Verringerung der Einspeisevergütung

Als Berechnungsgrundlage der Verkürzungen gilt der jährliche Photvoltaik-Zubau. Liegt dieser in einem Rahmen zwischen 2,4 und 2,6 Gigawatt, wird die Einspeisevergütung monatlich um 0,5% (Basisdegression) verringert. Weicht der tatsächliche Photvoltaik-Zubau von der Zielvorgabe ab, passt sich die Höhe der Kürzungen dementsprechend an. Die Kürzungshöhe wird alle drei Monate angepasst und gilt dann für das gesamte Quartal.

Lohnt sich der Bau einer Photovoltaikanlage trotz der Degression?

Ja! Die Wirtschaftlichkeit einer Photovoltaikanlage ist in jeder Hinsicht unbestritten. Die Energiegewinnung mittels Solarmodulen ist zukunftsweisend und klimaschonend. Zudem bietet eine Photovoltaikanlage dem Eigentümer dank Solarspeicher ganzjährig eine autarke Stromversorgung. Neben den anderen Förderungsmitteln, die Bund und Banken zur Verfügung stellen, ist die Photovoltaik Einspeisevergütung ein zusätzlicher Bonus für Hausbesitzer.

Fakten zum Eigenverbrauch des Solarstroms

Der selbst verbrauchte Solarstrom wird nicht vergütet. Im Gegenteil! Für jede selbst verbrauchte kWh fällt eine Abgabe an. Diese gilt rückwirkend für alle Neuanlagen, die ab dem 01.08.2014 in Betrieb genommen wurden, und beläuft sich auf:

  • Bis Ende 2015: 30% der gültigen EEG-Umlage (derzeit circa 1,87 Cent/kWh)
  • Im Jahr 2016: 35% der gültigen EEG-Umlage (derzeit circa 2,18 Cent/kWh)
  • Im Jahr 2017: 40% der gültigen EEG-Umlage (derzeit circa 2,50 Cent/kWh)

Ausgenommen sind Inselanlagen, Neuanlagen kleiner 10 kWp und bestehende Anlagen, die vor dem 01.08.2014 in Betrieb genommen wurden.

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